Josef Karl Nerud – Das Nahe sehen

Josef Karl Nerud wurde am 13. August 1900 in Simbach am Inn geboren und starb dort am 9. Juli 1982.

Nerud lernte zuerst an der Fachschule für Glasmalerei in Zwiesel und studierte dann an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste München, u.a. bei Carl Johann Becker-Gundahl, einem Mitbegründer der Künstlervereinigung Münchener Secession.

Erfolge nach dem Studium wurden ab 1929 befördert durch Neruds Mitgliedschaft beim Künstlerverband Die Juryfreien.
Deutschlandweit und darüber hinaus verfestigte sich Neruds Name als Maler.

Seine Portraits und Landschaften in den Stilen des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und des Expressiven Realismus waren in Ausstellungen, Galerien und Publikationen geschätzt.

Die Lage sollte sich jedoch ändern. Mit der Gleichschaltung wurden Die
Juryfreien
umgehend aufgelöst, was Neruds Karriere empfindlich beeinträchtigte.

Obgleich Der Völkische Beobachter Nerud Anfang der 1930er Jahre bescheinigt hatte, er sei „ein Verherrlicher des Untermenschentums“, wurde sein Werk nicht staatlich abgelehnt. Nerud verfolgte den Stil der Neuen Sachlichkeit weiter, er konnte verkaufen und auch ausstellen. Nerud agierte in der NS-Zeit vorsichtig und wirkte eher regional in Nieder- und Oberbayern.

Die Nachkriegszeit bzw. die Wirtschaftswunderjahre brachten für Nerud den Anfang neuer Schaffensabschnitte. Er schloss sich der 1946 gegründeten Donau-Wald-Gruppe an. Ab 1948 stellte Nerud in dichter Folge und mit Presseecho aus.

Es entstand eine produktive Zusammenarbeit mit dem Architekten Franz Ruf, der 1956 auch Neruds Atelierhaus in Simbach baute. Neruds grafische Abstraktion und Rufs klare, reduzierte Bauformen ergänzten sich symbiotisch, wie etliche in Sgraffito-Technik ausgeführte Wandbilder in und an Gebäuden in München und Holzkirchen zeigen.

Zu dieser Zeit arbeitete Nerud auch als grafischer Illustrator für die ins Deutsche übersetzte Erstausgabe von Ernest Hemingways „Der alte Mann und das Meer“.

Josef Karl Nerud wurde
am 13. August 1900
in Simbach am Inn geboren.
Er starb dort am 9. Juli 1982.

Nerud ging auf die Fachschule
für Glasmalerei in Zwiesel.
Zwiesel ist im Bayerischen Wald.

Dann studierte Nerud an der Akademie
der Bildenden Künste in München.
Er lernte dort von
Carl Johann Becker-Gundahl.
Becker-Gundahl war wichtig für die Künstlergruppe Münchener Secession.

Nerud hatte Erfolg mit seinen Bildern.
Viele Ausstellungen zeigten seine Bilder.
Er malte in modernen Stilen:
Expressionismus,
Neue Sachlichkeit,
Expressiver Realismus.

Nerud war bei der Künstlergruppe
Die Juryfreien.
Die Künstlergruppe wurde
von den Nationalsozialisten aufgelöst.
Nerud verkaufte danach weniger Bilder.

Neruds Kunst wurde in der nationalsozialistischen Zeitung
Der Völkische Beobachter angegriffen.
Neruds Bilder wurden aber nicht verboten.

Nerud malte in der NS-Zeit weiter.
Er malte im Stil „Neue Sachlichkeit“
und war in Niederbayern und Oberbayern.

Nach dem Krieg
hatte Nerud neue Möglichkeiten.
1946 wurde er Mitglied
bei der Künstlergruppe Donau-Wald-Gruppe.
Ab 1948 zeigten wieder
viele Ausstellungen seine Bilder.

Nerud lernte Franz Ruf kennen.
Ruf war ein bekannter Architekt.
Er baute viele moderne Gebäude.
Er baute auch Neruds Haus in Simbach am Inn.

Nerud und Ruf arbeiteten zusammen:
Nerud machte Wandbilder
für Gebäude von Ruf.

Nerud machte auch Bilder für Bücher.
„Der alte Mann und das Meer“
von Ernest Hemingway
wurde ins Deutsche übersetzt:
Nerud machte die Bilder dazu.

Quelle: Hornig, Christian: Josef Karl Nerud. München: Hirmer, 1997

Bildausschnitt oben [Schwerpunkt „Nähe und Ferne“]:
Josef Karl Nerud: Landschaft. Aquarell, 1949 (Landkreis Rottal-Inn) [Josef Karl Nerud – Ferne]